001|2014
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Ausbildung ist machbar

Es scheint lange her, dass sich Nagihan A. (Name geändert) beim ersten Gespräch mit Benita Esch, einer unserer Integrationsberaterinnen, noch hinter der Mutter versteckte. Und Sorge hatte, dass man von ihr verlangen würde, sich für eine Ausbildung von der Familie zu trennen. Heute, knapp neun Monate später, betritt sie die Fürther Geschäftsstelle zu einem weiteren Termin, und heute ist von diesen Unsicherheiten und Sorgen nichts mehr zu spüren.
Selbstbewusstsein und Zuversicht hat sie gelernt in dieser Zeit und will nun ihre Ausbildung wohnortnah beginnen.

Die Klassenlehrerin hatte die Eltern zur Hälfte des Schuljahres über die Möglichkeit informiert, sich bei der Berufsorientierung ihrer Tochter durch den IFD Mittelfranken unterstützen zu lassen. Denn Nagihan leidet an einer starken Skoliose. Das bringt mit sich, dass sie nur begrenzte Zeit sitzen kann. Auch das Gehen fällt ihr schwer und Tragen darf sie überhaupt nichts.
Nagihan A. stand zu diesem Zeitpunkt kurz vor den Prüfungen zum Qualifizierenden Hauptschulabschluss und hatte ein festes Ziel vor Augen: Eine Ausbildung im Ver- waltungsbereich.

Bei einem Hausbesuch lernten sich Benita Esch und Nagihan A. kennen. Sie erzählte ihrer Beraterin, dass sie bis vor kurzem ein Korsett tragen musste, und gerade dabei war, das Bewegen ohne diese Stütze zu lernen. Längere Strecken zu Fuß und das Sitzen auf normalen Stühlen fallen ihr noch nicht so leicht, berichtete sie.

Während der folgenden regelmäßigen Termine bei Nagihan A. lernte sie, ihre Bewerbungsunterlagen aussagekräftig und professionell zu gestalten. Danach folgten erste Bewerbungen für schulbegleitende Praktika.
Nach der Absage eines Praktikumsbetriebs half ihr Benita Esch über die naturgemäße Enttäuschung hinweg und vermittelte einen alternativen Betrieb.

Nach und nach wuchs das Selbstvertrauen Nagihans, es gelang ihr immer öfter, Benita Esch anzurufen und ihr Anliegen selbstständig vorzubringen.

Als sich Nagihan A. bei einer Behörde, bei der sie zuvor ein Praktikum gemacht hatte, um einen Ausbildungsplatz bewarb, bekam sie eine Absage. Doch längst waren derartige Rückschläge nicht mehr so erschütternd wie zu Beginn der gemeinsamen Kontakte. Sie lernte, immer besser zwischen sachlicher und persönlicher Kritik zu unterscheiden und sich mit den Ansprüchen an sich selbst nicht zu überfordern.

Benita Esch nahm Kontakt zum Personalbüro der Behörde auf, um mehr über die Gründe der Ablehnung zu erfahren. Hier stellte sich heraus, dass sich Nagihan A. besser für die Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation eignet.

Seither sucht sie, unterstützt durch Benita Esch, nach einem Betrieb, der der jungen Frau einen Ausbildungsplatz anbietet. Dass dieser barrierefrei sein und rollstuhlgerecht eingerichtet werden muss, schränkt die Möglichkeiten zwar ein, ist aber machbar.

Stehen Vorstellungstermine an oder müssen die Bewer- bungsunterlagen aktualisiert werden, ist Benita Esch zur Stelle, außerdem drückt sie ihrer Klientin bei jedem Arbeitgeberkontakt die Daumen.

Ganz anders als zu Beginn der Maßnahme ist Nagihan A. inzwischen überzeugt, dass sie mit Beginn des nächsten Ausbildungsjahres einen festen Ausbildungsplatz innehat.

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